Ein Klausurtag für Besinnung, Orientierung und Begegnung im Wandel
Schwäbisch Gmünd, 7. März 2026 – Unter dem Motto „Über den Jordan gehen – Kirche im Übergang“ hat sich der Dekanatsrat Rems-Murr zu einem besonderen Klausurtag getroffen. Im Mittelpunkt stand nicht das schnelle Voranschreiten, sondern das bewusste Innehalten, gemeinsames Reflektieren und die Suche nach Orientierung in einer Zeit des Wandels.
Da es sich erst um das dritte Treffen des neu zusammengesetzten Dekanatsrats handelte, wurde bewusst Zeit für das gegenseitige Kennenlernen genommen. „Mir war es wichtig, dass wir nicht nur gemeinsam nachdenken, sondern uns auch persönlich besser kennenlernen“, sagt Dekanatsreferentin Julia Matheis, die den Tag vorbereitet und moderiert hat.
Im Tagungshaus „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd kamen die Mitglieder des Dekanatsrats zusammen, begleitet von Prof. Dr. Quisinsky, der mit einem Impuls zu den Kirchenbildern des Zweiten Vatikanischen Konzils wichtige Anstöße gab.
Der Vormittag begann mit einem geistlichen Impuls zur biblischen Erzählung aus Josua 3 und 4, die als Leitbild des Tages diente: Das Volk Israel steht vor dem Jordan – der Übergang ins Neue ist noch nicht sichtbar, doch mit Vertrauen und Gemeinschaft wird der Weg gewagt. Die Bundeslade, als zentrales Symbol von Gottes Gegenwart, begleitete die Teilnehmenden den gesamten Tag.
Im Anschluss folgte der Impuls von Prof. Dr. Qusisinsky, der drei zentrale Kirchenbilder (Volk Gottes, Leib Jesu Christi, Tempel des Heiligen Geistes) des Zweiten Vatikanischen Konzils vorstellte und damit wichtige Anregungen für die Frage gab, wie Kirche im Wandel verstanden und gelebt werden kann. Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden diese Impulse und arbeiteten anschließend an der Josua-Geschichte weiter.
Vier symbolische Stationen luden zum intensiven Nachdenken ein: Der Jordan als Übergang ins Unbekannte, das zurückgelassene Lager als Raum für Abschied und Loslassen, die Bundeslade als Zeichen göttlicher Begleitung und das neue Land als Ausdruck von Hoffnung und Neuanfang. Diese Stationen ermöglichten es den Teilnehmenden, sich nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und spirituell mit dem Thema Wandel auseinanderzusetzen.
Zum Abschluss stärkten ein Segensritual und die Tauferinnerung das Gemeinschaftsgefühl und die Zuversicht für den weiteren Weg.
Dekan Wolfgang Kessler zog ein rundum positives Fazit: „Dieser Klausurtag hat uns die Möglichkeit gegeben, innezuhalten und gemeinsam die Grundlagen unserer kirchlichen Identität zu reflektieren. Das bewusste Nachdenken und der offene Austausch machen uns zuversichtlich, die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern.“


